Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

CITREP

Citizens and Representatives in France and Germany

CITREP („Citizens and Representatives“) war ein gemeinsames Projekt von Politikwissenschaftlern an den Universitäten Halle, Stuttgart und der Sciences Po, Bordeaux. Es befasste sich mit der Repräsentation der Bevölkerung durch die Abgeordneten in den nationalen Parlamenten Deutschlands und Frankreichs, vor allem auf Ebene der Wahlkreise. Damit wurde ein bislang kaum vergleichend betrachtetes Kernelement der parlamentarischen Demokratie vor Ort umfassend beleuchtet.

Der Schwerpunkt der Untersuchung, die am Lehrbereich Regierungslehre und Policyforschung unter Leitung von Prof. Suzanne S. Schüttemeyer durchgeführt wurde, lag auf der Wahlkreisarbeit der Abgeordneten des Bundestages.

Leitfragen der Untersuchung waren:

  • Wie nehmen Abgeordnete die Interessen und Wünsche der Bevölkerung auf?
  • Mit welchen Vereinen, Unternehmen und Interessengruppen stehen sie in Kontakt?
  • Mit welchen Problemen und Anliegen werden Abgeordnete in den Wahlkreisen konfrontiert?
  • Auf welche Art und Weise kommunizieren die Abgeordneten mit den Bürgern?
  • Welche Rollen nehmen die Abgeordneten bei der Wahlkreisarbeit ein?

Somit lag der Fokus auf den Einstellungen, Orientierungen und dem Verhalten der Abgeordneten bei der Wahrnehmung der Repräsentationsfunktion. Die Datenerhebung zur Wahlkreisarbeit stützte sich auf jeweils dreitägige teilnehmende Beobachtungen bei 60 Abgeordneten des Bundestages. Leitfaden-Interviews ergänzten die Befunde.

Zudem standen Bürgerinnen und Bürger und ihre Einstellungen gegenüber Abgeordneten, ihren Tätigkeiten und Leistungen im Mittelpunkt der Betrachtung. Untersucht wurde unter anderem:

  • Kennen Bürgerinnen und Bürger ihre Abgeordneten überhaupt?
  • Treten sie von sich aus mit Abgeordneten in Kontakt?
  • Welche Wünsche und Ansprüche haben sie an ihre Abgeordneten?
  • Wie zufrieden sind sie mit den Leistungen ihrer Abgeordneten?

Zur Beantwortung dieser Fragen sind repräsentative Bevölkerungsumfragen durchgeführt worden. In Deutschland erfolgte dies durch das Team an der Universität Stuttgart unter Leitung von Prof. Oscar W. Gabriel.

In Frankreich wurde sowohl die Untersuchung der Wahlkreisarbeit als auch der Bevölkerungswahrnehmung an der SciencePo, Bordeaux durch Eric Kerrouche und sein Team vorgenommen. Das Projekt lief von Anfang 2010 bis Ende 2012 und wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Agence Nationale de la Recherche (ANR).

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